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IMPORT / ENTLADEN

Container entladen.
Dauer, Kosten und Arbeitsschutz.

Ein palettierter Container ist nach Angaben von Entladedienstleistern oft in ein bis zwei Stunden leer, ein lose beladener 40-Fuß-Container braucht mit zwei Personen vier bis sechs Stunden. Beim Containertrucking sind meist zwei Stunden Wartezeit frei. Vor dem Öffnen muss geprüft werden, ob giftige Gase im Container sein können.

Wie lange dauert es, einen Container zu entladen?

Das Entladen dauert palettiert meist ein bis zwei Stunden, lose gestaut einen halben bis ganzen Arbeitstag. Ein Dienstleister nennt für einen 40′ High Cube mit rund 25 Tonnen Stückgut und zwei Personen mit Hubwagen vier bis sechs Stunden. Eine Studie mit Messwerten gibt es nicht, die Angaben stammen aus Preis- und Leistungsbeschreibungen.

LadungsartTypische Dauer laut AnbieterWovon sie abhängt
Palettiert, mit Staplerhäufig 1 bis 2 StundenZahl der Paletten, Stapler mit Zugang in den Container
Lose (floor loaded), 40′ High Cube, rund 25 tca. 4 bis 6 Stunden mit 2 PersonenZahl und Gewicht der Kartons, Packdichte
Lose, 40′typischerweise innerhalb eines ArbeitstagesPersonal, Sortieren nach Artikeln, verrutschte Ladung

Angaben von zwei deutschen Entladedienstleistern, abgerufen am 29.09.2026. Richtwerte, keine Messungen.

Die Uhr läuft dabei doppelt: für den Lkw, der vor Ihrer Rampe wartet, und für die Detention-Tage der Reederei bis zur Rückgabe des leeren Containers.

Quellen: MRG Logistik, Be- und Entladung, abgerufen 29.09.2026 · ImportPrep, Containerentladung, Preisstand 27.09.2026

Container lose verladen oder auf Paletten?

Lose verladen passt mehr Ware in den Container, palettiert geht das Entladen schneller. Einlagig passen 11 Europaletten in einen 20′ und 24 in einen 40′ Container. Lose gestaute Kartons nutzen dagegen auch den Raum, den Paletten und Lücken sonst belegen. Das senkt die Fracht je Stück, kostet aber beim Entladen Personal und Zeit.

Die Entscheidung fällt beim Lieferanten, bevor der Container beladen wird. Klären Sie sie deshalb bei der Bestellung. Drei Fragen helfen:

  • Wie viele Personen und welche Technik haben Sie am Entladetag? Ein lose beladener 40′ bindet zwei Personen für einen halben Tag oder länger.
  • Wird die Ware ohnehin eingelagert und palettiert? Dann spart die lose Beladung keinen Arbeitsschritt, sie verschiebt ihn nur.
  • Passt die Ware ohne Paletten in einen kleineren Container? Das rechnen Sie mit dem CBM-Rechner nach.

Innenmaße, Türmaße und die Palettenbelegung für 20′, 40′ und High Cube stehen unter Container-Maße und Paletten.

Wie lange darf der Lkw beim Entladen warten?

Beim Containertrucking sind in Deutschland meist zwei Stunden Wartezeit für das Be- oder Entladen im Preis enthalten. TFG Transfracht rechnet laut Verkaufsbedingungen für das vierte Quartal 2026 danach 60 Euro je angefangene halbe Stunde. Bei Contargo sind laut Nebenkonditionen beim Kunden ebenfalls zwei Stunden frei, an Terminals und beim Zollamt eine Stunde.

Reichen zwei Stunden nicht, gibt es zwei Wege. Sie lassen den Container absatteln, also samt Chassis stehen. Bei TFG ist die Chassismiete für die ersten 24 Stunden im Absattelzuschlag enthalten, danach kostet jeder weitere angefangene Tag 65 Euro. Oder Sie lassen den Container mit einem Seitenlader auf den Boden setzen, siehe unten.

Wer die Standkosten trägt, hängt vom Vertrag ab. Organisieren Sie den Nachlauf selbst (Merchant Haulage), trägt laut Hapag-Lloyd der Ladungsbeteiligte mögliche Demurrage und Detention. Im Importtarif von Hapag-Lloyd für Deutschland sind für einen 40′-Standardcontainer 5 Tage Detention frei. Die Sätze danach stehen unter Lagergeld, Demurrage und Detention.

Quellen: TFG Transfracht, Verkaufsbedingungen 2026-04, gültig 01.10. bis 31.12.2026 (PDF) · Contargo, Definition Nebenkonditionen, Stand Juli 2022 (PDF) · Hapag-Lloyd: Import D&D Deutschland, gültig ab 01.01.2026 (PDF) · abgerufen am 29.09.2026

Warum muss ein Container vor dem Öffnen gemessen werden?

Viele Importcontainer enthalten giftige Gase, entweder Begasungsmittel gegen Schädlinge oder Stoffe, die aus der Ware ausgasen. Laut einem Bericht in International Maritime Health von 2014 lagen 10 bis 20 % der untersuchten Importcontainer über den Grenzwerten. Nach der DGUV lässt sich eine Belastung von außen nicht erkennen, Zweifel räumt nur eine Gefahrstoffmessung aus.

Die Pflicht trifft jeden Betrieb, der Container empfängt oder öffnet, nicht nur Häfen. So steht es im Merkblatt der BG Verkehr: Vor dem Öffnen muss im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung geprüft werden, ob eine Gefährdung durch giftige Gase besteht.

  • Kennzeichnung und Papiere prüfen. Der Verlader muss eine Begasung in Begleitpapieren und mit einem Warnzeichen am Container angeben. Hinweise sind auch verklebte Lüftungsschlitze, Beutel oder Kartuschen und tote Tiere.
  • Bei Unklarheit messen. Bei Unklarheiten über eine Begasung ist vor dem Öffnen eine orientierende Messung erforderlich. Der Geruchssinn ist laut DGUV kein geeignetes Warnsystem, weil nicht alle Stoffe zu riechen sind.
  • Begaste Container nur nach Freigabe betreten. Belüftungsdauer und Freigabe legt ein Sachkundiger nach TRGS 512 fest. Er stellt eine schriftliche Freigabe aus, die nur begrenzte Zeit gilt, weil die Ware nachgasen kann.
  • Wieder verschlossene Container erneut lüften. Wird ein freigegebener Container für weniger als 24 Stunden wieder geschlossen, ist er vor dem Entladen mindestens 30 Minuten zu lüften.
  • Industriechemikalien mitdenken. Für Ausgasungen aus der Ware, etwa Benzol, Formaldehyd oder Toluol, gibt es laut DGUV keine Kennzeichnungspflicht. Erfahrungen mit ähnlicher Ware und Messungen helfen.
Hinweis

Dieser Abschnitt ersetzt keine Gefährdungsbeurteilung. Ansprechpartner sind Ihre Fachkraft für Arbeitssicherheit und die zuständige Berufsgenossenschaft.

Quellen: DGUV Information 208-051 „Gefahren beim Öffnen und Entladen von Frachtcontainern“, Juli 2017 (PDF) · BG Verkehr: Sicherheit beim Umgang mit begasten Containern, 2019 (PDF) · Baur et al.: How to handle import containers safely, International Maritime Health 2014 · IFA: Gefahrenschwerpunkt Frachtcontainer · abgerufen am 29.09.2026

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Welche Hilfsmittel braucht man zum Entladen?

Zum Entladen brauchen Sie entweder eine Rampe mit Überladebrücke, an die der Lkw mit dem Container auf dem Chassis heranfährt, oder eine ebene, tragfähige Fläche, auf die ein Seitenlader den Container absetzt. Palettierte Ware holen Sie mit Stapler oder Hubwagen heraus, lose Kartons per Hand, mit Rollenbahn oder Förderband.

VarianteWas Sie brauchenZu beachten
Container bleibt auf dem ChassisLaderampe mit Überladebrücke oder ContainerbrückeFreie Wartezeit des Lkw, sonst Absatteln mit Chassismiete
Seitenlader setzt den Container abebene, tragfähige Fläche, rund 6 bis 7 m Breite neben der FahrspurZuschlag, bei TFG etwa 150 bis 240 Euro je nach Terminal, nur 30 Minuten Wartezeit frei
Stapler im ContainerStapler mit passender Achslast, Container am Boden oder an der RampeContainerboden nach ISO 1496 für 5.460 kg Achslast ausgelegt

Quellen: Containerbasis (Seitenlader, abgerufen 29.09.2026), TFG Verkaufsbedingungen 2026-04, GDV Transport-Informations-Service (Bodenbelastung).

Beim Stapler lohnt ein Blick auf die Achslast. Laut Transport-Informations-Service des GDV erreichen Stapler mit 2 Tonnen Tragfähigkeit beladen rund 5 Tonnen Achslast und dürfen den Containerboden befahren. Bei Elektrostaplern wird die zulässige Achslast wegen des Batteriegewichts häufig überschritten. Der Seitenlader kann den Container nicht drehen, stellen Sie ihn deshalb so auf, dass die Türen zugänglich bleiben.

Quellen: GDV TIS: Belastbarkeit von Containern · Containerbasis: Container abladen · TFG Transfracht, Verkaufsbedingungen 2026-04 (PDF) · abgerufen am 29.09.2026

Was kostet es, einen Container entladen zu lassen?

Ein Entladedienstleister bei Berlin nennt mit Preisstand 27.09.2026 ab 145 Euro für einen palettierten 20′ und ab 250 Euro für einen palettierten 40′ Container. Lose Kartons kosten ab 395 Euro im 20′ und ab 690 Euro im 40′, jeweils netto. Andere Anbieter rechnen pauschal nach Volumen, ohne Preise zu veröffentlichen.

Leistung20′40′
Palettiertab 145 € (bis 11 Paletten)ab 250 € (bis 25 Paletten)
Lose Kartonsab 395 € (bis 900 Kartons)ab 690 € (bis 1.800 Kartons)
Mehrmengen+0,35 € je Karton, +8,50 € je Palette

Nettopreise eines Anbieters (ImportPrep), Preisstand 27.09.2026. Beispielwerte, keine Marktpreise.

Was den Preis treibt, lässt sich aus den Preislisten ablesen:

  • lose oder palettiert, dazu Zahl und Gewicht der Kartons
  • Sortieren nach Artikelnummern, Zählen, Fotodokumentation, Umpalettieren
  • Wartezeit des Lkw über die freien zwei Stunden hinaus
  • Absatteln mit Chassismiete oder Seitenlader-Zuschlag
  • Gasmessung und Freigabe, wenn der Container begast sein kann

Diese Kosten stehen nicht im Seefrachtangebot, gehören aber in Ihre Kalkulation. Den Ablauf vom Lieferanten bis zur Leerrückgabe zeigt Container-Import: Ablauf in neun Schritten.

Quellen: ImportPrep, Containerentladung, Preisstand 27.09.2026 · MRG Logistik, Be- und Entladung · abgerufen am 29.09.2026

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, einen 40-Fuß-Container zu entladen?

Palettiert und mit Stapler oft ein bis zwei Stunden. Lose beladen nennt ein Dienstleister für einen 40′ High Cube mit rund 25 Tonnen Stückgut vier bis sechs Stunden mit zwei Personen. Ein anderer rechnet mit einem Arbeitstag. Die Dauer hängt von Kartonzahl, Gewicht und Personal ab.

Wie viele Leute braucht man, um einen Container zu entladen?

Ein Dienstleister setzt für einen 20′ Container standardmäßig zwei Personen ein, bei großen Aufträgen bis zu zwölf. Für einen lose beladenen 40′ High Cube nennt er zwei Personen mit Hubwagen und vier bis sechs Stunden. Planen Sie das Personal vor dem Liefertermin, weil der Lkw nur begrenzte Zeit frei wartet.

Wie lange wartet der Lkw beim Entladen kostenlos?

Bei TFG Transfracht und Contargo sind beim Kunden zwei Stunden für das Be- oder Entladen frei. TFG berechnet danach laut Verkaufsbedingungen für das vierte Quartal 2026 60 Euro je angefangene halbe Stunde. Beim Seitenlader sind bei TFG nur 30 Minuten frei.

Muss ich einen Container vor dem Öffnen auf Gase prüfen?

Sie müssen im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung prüfen, ob giftige Gase vorhanden sein können. Bei Unklarheiten über eine Begasung verlangt die BG Verkehr vor dem Öffnen eine orientierende Messung. Begaste Container dürfen nur nach Freigabe durch einen Sachkundigen nach TRGS 512 betreten werden.

Was kostet es, einen Container entladen zu lassen?

Ein Anbieter bei Berlin nennt mit Preisstand 27.09.2026 ab 145 Euro für einen palettierten 20′ und ab 690 Euro für einen lose beladenen 40′ Container, netto. Dazu können Wartezeit, Chassismiete oder ein Seitenlader-Zuschlag kommen.

Kann der Container auf den Boden gestellt werden?

Ja, mit einem Seitenlader. Er setzt den Container direkt neben dem Lkw ab und braucht dafür rund 6 bis 7 Meter Breite neben der Fahrspur und tragfähigen Boden. Dafür fällt ein Zuschlag an. Bei TFG sind das je nach Terminal etwa 150 bis 240 Euro.

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