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IMPORT / ABLAUF

Container-Import aus China.
Der Ablauf in neun Schritten.

Ein Container-Import aus China läuft in neun Schritten: Lieferbedingung klären, Angebote vergleichen und buchen, beladen, Ausfuhr und Vorabmeldung, Seetransport, Dokumente, Verzollung, Zustellung und Leerrückgabe. Allein der Seetransport dauert derzeit meist sechs bis sieben Wochen, weil die meisten Schiffe um Afrika fahren.

Wie läuft ein Container-Import aus China ab?

Ein Container-Import aus China hat neun Schritte vom Kaufvertrag bis zur Rückgabe des leeren Containers. Die längste Etappe ist der Seetransport: Über das Kap der Guten Hoffnung nennen die Reedereien im September 2026 etwa 42 bis 48 Tage vom ersten chinesischen bis zum ersten europäischen Hafen. Teuer werden meist Verzögerungen am Zielhafen.

Die Tabelle zeigt, wer bei einem Kauf FOB in welchem Schritt handelt. Kauft Ihr Unternehmen zu einer C- oder D-Klausel, übernimmt der Lieferant die Schritte 2 bis 4 oder mehr.

SchrittWer handeltTypische Dauer oder FristRatgeber
1. Lieferant und Incoterm festlegenSie und der Lieferantvor der BestellungIncoterms im Import
2. Angebote vergleichen und buchenSie oder Ihr Spediteurvor der Ladebereitschaft, Abfahrten je nach DienstAngebot prüfen
3. Container stellen und beladenLieferantbis zum Annahmeschluss im TerminalContainer-Maße
4. Ausfuhr, VGM und Vorabmeldung ICS2Lieferant, ReedereiICS2-Meldung spätestens 24 Stunden vor dem VerladenZollabfertigung
5. SeetransportReederei42 bis 48 Tage über das Kap, über Suez rund 8 Tage kürzerSeefracht-Dauer
6. Dokumente und VersicherungLieferant, Sievor Ankunft des SchiffsBill of Lading, Versicherung
7. Verzollung im ZielhafenSie oder Ihr ZollvertreterTerminal: 3 freie Kalendertage nach dem LöschenZollabfertigung
8. Nachlauf und EntladenSpediteur, Sieinnerhalb der Freetime der ReedereiContainer entladen
9. LeerrückgabeSpediteurbis zum Ende der Detention-FreetimeDemurrage und Detention

Ablauf bei Kauf FOB, Stand September 2026. Laufzeit nach Fahrplänen von ONE und CMA CGM, Fristen nach Zoll und den Tarifen von HHLA und EUROGATE. Quellen unter den Abschnitten.

Die neun Schritte im Detail

  1. Lieferant und Incoterm festlegen. Die Lieferbedingung im Kaufvertrag entscheidet, wer die Seefracht bucht. Nur bei EXW und den F-Klauseln wie FOB oder FCA buchen Sie selbst und können Preise vergleichen. Bei DDP liegen Fracht und Verzollung beim Lieferanten, mit Folgen für die Vorsteuer. Die Unterschiede erklärt der Ratgeber Incoterms aus Importeurssicht, die Risiken DDP aus China.
  2. Angebote vergleichen und buchen. Für ein Angebot brauchen Sie Ladehafen oder Abholort, Containertyp, Gewicht, Ware mit Warennummer, Ladebereitschaft und Lieferadresse. Vergleichen Sie Routing, Fahrplanzeit, Gültigkeit und freie Tage, nicht nur die Rate. Wie das Position für Position geht, zeigt Seefracht-Angebot prüfen.
  3. Container stellen und beladen. Der Lieferant belädt und versiegelt den Container. Die Ladung muss nach den CTU-Richtlinien fest gestaut oder gesichert sein. Der Container muss vor dem Annahmeschluss im Terminal stehen, sonst fährt er mit dem nächsten Schiff.
  4. Ausfuhr, Gewicht und Vorabmeldung. Der Versender meldet das verifizierte Bruttogewicht (VGM), das ist seit 2016 Pflicht nach SOLAS. Die Ausfuhrabfertigung in China erledigt bei FOB der Lieferant. Die summarische Eingangsanmeldung im EU-System ICS2 muss bei Containern auf Langstrecken 24 Stunden vor dem Verladen vorliegen.
  5. Seetransport. Die Fahrplanzeit hängt 2026 vor allem am Routing. Über das Kap nennen die Reedereien etwa 42 bis 48 Tage, einzelne Dienste fahren seit September wieder durch den Suezkanal. Laufzeiten weiterer Häfen stehen in der Übersicht Wie lange dauert Seefracht?
  6. Dokumente und Versicherung. Handelsrechnung, Packliste und Konnossement sollten vor Ankunft bei Ihnen oder Ihrem Verzoller sein. Wie Konnossement, Telex Release und Seaway Bill die Freigabe des Containers steuern, erklärt Bill of Lading. Ob und wie Sie die Ware versichern, steht unter Transportversicherung Seefracht.
  7. Verzollung im Zielhafen. Sie oder Ihr Zollvertreter melden die Ware in ATLAS zum freien Verkehr an. Zoll und Einfuhrumsatzsteuer werden fällig oder laufen über ein Aufschubkonto. Den Ablauf mit Kosten erklärt die Seite Container-Zollabfertigung.
  8. Nachlauf und Entladen. Der Container fährt per Lkw, Bahn oder Binnenschiff zu Ihrer Rampe. Klären Sie vorab, wie Sie entladen und ob der Container auf dem Chassis bleibt. Worauf es dabei ankommt, auch bei begasten Containern, steht unter Container entladen.
  9. Leerrückgabe. Der leere Container geht an das Depot oder Terminal zurück, das die Reederei vorgibt. Danach enden die Detention-Tage. Im Importtarif von Hapag-Lloyd für Deutschland sind für einen 40′-Standardcontainer zum Beispiel 4 Tage Demurrage und 5 Tage Detention frei. Die Sätze danach stehen unter Lagergeld, Demurrage und Detention.

Hapag-Lloyd verlangt bei Carrier Haulage, also wenn die Reederei den Nachlauf organisiert, vollständige Transportanweisungen samt Verzollungsdaten mindestens drei Arbeitstage vor der erwarteten Ankunft. Wer das einhält, verliert am Zielhafen keine freien Tage.

Quellen: ONE, 28.05.2026 · CMA CGM FAL1, abgerufen 27.09.2026 · GDV-Containerhandbuch, Stauplanung · IMO: Verification of the gross mass · Zoll: Fristen der summarischen Eingangsanmeldung · Hapag-Lloyd: Import D&D Deutschland, gültig ab 01.01.2026 (PDF) · HHLA Kaitarif 2026 (PDF) · EUROGATE Preis- und Konditionsverzeichnis 2026 (PDF) · abgerufen am 27. und 29.09.2026

Was brauchen Sie vor dem ersten Container-Import?

Vor dem ersten Container-Import brauchen Sie eine EORI-Nummer, die Zolltarifnummer Ihrer Ware, eine Lösung für Zoll und Einfuhrumsatzsteuer, einen vereinbarten Incoterm, eine Entscheidung zur Versicherung und einen Plan für das Entladen. Bei Verbraucherprodukten kommen Pflichten aus der Produktsicherheit hinzu. Die EORI-Nummer beantragen Sie kostenfrei beim Zoll.

  • EORI-Nummer. Ohne sie keine Zollanmeldung. Der Antrag ist kostenfrei. Das Formular 0870 nimmt der Zoll nur bis 30.09.2026 an, danach ist das Zoll-Portal Pflicht. Dafür brauchen Sie ein ELSTER-Konto, legen Sie es frühzeitig an.
  • Zolltarifnummer. Sie bestimmt Zollsatz und mögliche Antidumpingzölle. Prüfen Sie sie in TARIC, bevor Sie den Preis kalkulieren.
  • Aufschubkonto. Ein eigenes Konto beantragen Sie mit Formular 0580, Voraussetzung sind mindestens zwei Überlassungen im Monat oder 25 im Jahr. Für den ersten Container nutzt meist der Zollvertreter sein Aufschubkonto mit Ihrer Vollmacht.
  • Incoterm mit benanntem Ort. Zum Beispiel FOB Ningbo oder FCA mit Adresse. Er regelt, ab wann Sie Kosten und Gefahr tragen.
  • Versicherung. Die Haftung von Reederei und Spediteur ist gesetzlich begrenzt. Klären Sie vor der Abfahrt, wer versichert.
  • Entladekapazität. Rampe oder ebene Fläche, Stapler oder Personal, Zeitfenster und die freie Wartezeit des Lkw.
  • Produktsicherheit und CE. Seit dem 13.12.2024 gilt die EU-Produktsicherheitsverordnung (EU) 2023/988. Wer als Einführer Verbraucherprodukte in Verkehr bringt, muss unter anderem Name und Kontaktanschrift auf dem Produkt angeben. Für Elektrogeräte, Spielzeug oder Maschinen gelten zusätzlich die CE-Vorschriften. Fehlen Unterlagen oder Kennzeichnungen, kann die Überlassung ausgesetzt werden.

Quellen: Zoll: Beantragung einer EORI-Nummer, abgerufen 29.09.2026 · Zoll: Zahlungsaufschub · TARIC · IHK Aschaffenburg zur Produktsicherheitsverordnung, abgerufen 29.09.2026 · VO (EU) 2019/1020

Wie läuft der Zoll beim Import aus China?

Beim Import aus China melden Sie oder Ihr Zollvertreter den Container nach Ankunft in ATLAS zum freien Verkehr an. Der Zoll richtet sich nach der Warennummer, die Einfuhrumsatzsteuer beträgt in der Regel 19 %. Sie wird auf Zollwert, Zoll und Beförderungskosten bis zum ersten Bestimmungsort berechnet. Unternehmen ziehen sie als Vorsteuer ab.

Der Zollwert umfasst den Warenpreis und die Seefracht bis zum ersten EU-Hafen. Haben Sie FOB gekauft, kommen Seefracht und Versicherung also hinzu. Solange der Container nicht freigegeben ist, steht er im Terminal, und die freien Tage laufen. Ein Rechenbeispiel mit Zoll und Einfuhrumsatzsteuer steht unter Seefracht China–Deutschland, Ablauf und Kosten der Abfertigung unter Container verzollen.

Quellen: Zoll: Bemessungsgrundlage der EUSt · Zoll: Beförderungs- und Versicherungskosten · § 12 UStG

Ab wann lohnt sich ein eigener Container?

Ein eigener Container (FCL) lohnt sich, sobald er von Tür zu Tür weniger kostet als dieselbe Menge im Sammelcontainer. Eine feste Grenze gibt es nicht. Eine Faustregel des US-Zollmaklers Samuel Shapiro nennt rund 15 m³ als Anlass, einen Vollcontainer zu prüfen. Das ist knapp die Hälfte eines 20′-Containers mit 33,2 m³.

Rechnen Sie zuerst das Volumen Ihrer Sendung mit dem CBM-Rechner aus. Wie viele Paletten in 20′, 40′ und High Cube passen, zeigt die Seite Container-Maße und Paletten. Den Rechenweg für den Break-even zwischen FCL und LCL finden Sie unter FCL-Seefracht. Frachtexperten vermittelt Vergleichsangebote nur für Vollcontainer.

Quellen: Samuel Shapiro & Company: LCL or FCL, That Is the Question (Oktober 2018) · Hapag-Lloyd: Container Specification (PDF)

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Warum bündeln Onlinehändler seit Juli 2026 ihre Importe?

Seit dem 01.07.2026 gilt für Kleinsendungen aus Drittländern keine Zollfreigrenze von 150 Euro mehr. Stattdessen erhebt die EU eine Pauschale von 3 Euro je Warenkategorie. Laut eurotransport vom 09.06.2026 bringen Händler und Plattformen deshalb mehr Ware in größeren Mengen in die EU, verzollen sie dort und versenden aus europäischen Lagern.

Rico Back, Managing Partner bei SKR, beschreibt die Folge im selben Artikel so: „weniger Einzelversand direkt aus Asien, mehr gebündelte Importe in europäische Lager“. Für Händler, die bisher Pakete direkt an Endkunden schicken ließen, kommt damit der eigene Container-Import in Frage. Die Pauschale betrifft den Container selbst nicht: Er wird regulär nach der Warennummer verzollt. Welche weiteren Pflichten 2026 und 2027 auf Importeure zukommen, etwa EUDR und CBAM, steht unter Importpflichten EUDR und CBAM.

Quelle: eurotransport, 09.06.2026, abgerufen 29.09.2026

Häufige Fragen

Wie lange dauert ein Container-Import aus China?

Der Seetransport dauert über das Kap der Guten Hoffnung laut Reedereifahrplänen im September 2026 etwa 42 bis 48 Tage vom ersten chinesischen bis zum ersten europäischen Hafen. Über den Suezkanal ist die reine Fahrzeit rund acht Tage kürzer. Dazu kommen Buchung, Beladung, Vorlauf in China, Verzollung und Nachlauf in Deutschland.

Was brauche ich, um einen Container aus China zu bestellen?

Sie brauchen eine EORI-Nummer, die Zolltarifnummer der Ware, einen Incoterm mit benanntem Ort und ein Seefrachtangebot, wenn Sie FOB oder EXW kaufen. Dazu gehören Handelsrechnung, Packliste und Konnossement sowie ein Plan für Verzollung, Versicherung und Entladen.

Kann ich als Privatperson einen Container aus China importieren?

Rechtlich ist das möglich, der Ablauf mit Zollanmeldung, Einfuhrumsatzsteuer und Nachlauf bleibt aber gleich. Privatpersonen können die Einfuhrumsatzsteuer nicht als Vorsteuer abziehen. Frachtexperten vermittelt Vergleichsangebote für gewerbliche Importeure.

Wer kümmert sich um den Zoll beim Import aus China?

Bei FOB, FCA und EXW melden Sie als Käufer die Einfuhr an, meist über einen Zollvertreter mit Ihrer Vollmacht. Bei DDP übernimmt der Lieferant oder sein Beauftragter die Einfuhr. Dann können Sie die Einfuhrumsatzsteuer in der Regel nicht als Vorsteuer abziehen.

Gilt die 3-Euro-Pauschale auch für Container?

Nein. Die Pauschale von 3 Euro je Warenkategorie gilt seit dem 01.07.2026 für Kleinsendungen, die früher unter die 150-Euro-Freigrenze fielen. Ein Container mit Handelsware wird regulär nach Warennummer verzollt, dazu kommt die Einfuhrumsatzsteuer.

Was passiert, wenn der Container zu lange im Hafen steht?

An den Terminals von HHLA und EUROGATE sind laut Tarif 2026 drei Kalendertage nach dem Löschen frei. Danach fallen Lagergeld und, je nach Reederei, Demurrage an. Nach der Abholung zählt die Detention bis zur Rückgabe des leeren Containers.

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