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EINKAUF / INCOTERMS

Incoterms beim Import:
Welche Klausel passt zu Ihrer Seefracht?

Für Containerimporte aus Asien passt meist FCA oder FOB. Dann buchen Sie die Seefracht selbst, sehen die Frachtkosten und steuern die Einfuhr. Bei CIF, CFR, DAP und DDP bucht der Lieferant, und Sie zahlen die Fracht im Warenpreis mit. EXW ist für Importe aus China selten sinnvoll, weil Sie dort die Ausfuhr übernehmen müssten.

Gibt es Incoterms 2026?

Incoterms 2026 gibt es nicht. Gültig ist Incoterms 2020, eine neue Fassung ist nicht in Kraft. Die Internationale Handelskammer ICC bezeichnet Incoterms 2020 als aktuelle Version, in Kraft seit dem 1. Januar 2020. Eine Ankündigung mit Datum für eine Nachfolgefassung fand sich auf den Incoterms-Seiten der ICC beim Abruf am 29.09.2026 nicht.

Incoterms sind Regeln der ICC, kein Gesetz. Sie gelten nur, wenn Käufer und Verkäufer sie im Kaufvertrag vereinbaren. Die IHK Region Stuttgart empfiehlt, dabei die Version ausdrücklich zu nennen, also zum Beispiel „FCA Shenzhen Yantian Terminal, Incoterms® 2020“.

Quellen: ICC: Incoterms® 2020 · ICC: Incoterms® rules · IHK Region Stuttgart: Incoterms® 2020 · abgerufen am 29.09.2026

Welche Incoterms passen zu Seefracht im Container?

Incoterms 2020 hat elf Klauseln in zwei Gruppen. EXW, FCA, CPT, CIP, DAP, DPU und DDP gelten für jede Transportart, also auch für Container. FAS, FOB, CFR und CIF sind reine See- und Binnenschiffsklauseln. Laut IHK Region Stuttgart eignen sich die Seeklauseln nicht gut für Container, weil die Ware dort schon vor dem Schiff an den Frachtführer übergeben wird.

KlauselWer bucht die HauptfrachtGefahrübergangKostenübergangEignung für Seefracht im Container
EXW (Ab Werk)KäuferWare steht beim Verkäufer bereit, nicht verladenwie Gefahr, Käufer zahlt auch Verladung und AusfuhrAlle Transportarten. Beim Import aus Asien selten sinnvoll, weil der Käufer die Ausfuhr erledigt
FCA (Frei Frachtführer)KäuferÜbergabe an den Frachtführer des Käufers am benannten Ort, etwa Werk oder Containerterminalwie GefahrAlle Transportarten. Laut ICC Academy und IHK die passende Klausel für Container
FAS (Frei Längsseite Schiff)KäuferWare liegt längsseits des Schiffs im Verschiffungshafenwie GefahrNur See und Binnenschiff. Für Massengut gedacht, für Container ungeeignet
FOB (Frei an Bord)KäuferWare ist an Bord des Schiffs im Verschiffungshafenwie GefahrNur See und Binnenschiff. Im Asienhandel verbreitet, für Container ist FCA passender
CFR (Kosten und Fracht)Verkäuferan Bord im VerschiffungshafenVerkäufer zahlt Seefracht bis zum BestimmungshafenNur See und Binnenschiff. Für Container empfiehlt die IHK CPT
CIF (Kosten, Versicherung, Fracht)Verkäuferan Bord im VerschiffungshafenVerkäufer zahlt Seefracht und Versicherung bis zum BestimmungshafenNur See und Binnenschiff. Für Container empfiehlt die IHK CIP
CPT und CIPVerkäuferÜbergabe an den ersten FrachtführerVerkäufer zahlt Fracht bis zum benannten Bestimmungsort, bei CIP auch die VersicherungAlle Transportarten. Container-Gegenstück zu CFR und CIF
DAP (Geliefert benannter Ort)VerkäuferWare steht am Bestimmungsort entladebereitwie Gefahr, Einfuhr zahlt der KäuferAlle Transportarten
DPU (Geliefert entladen)VerkäuferWare ist am Bestimmungsort entladenwie Gefahr, Einfuhr zahlt der KäuferAlle Transportarten
DDP (Geliefert verzollt)VerkäuferWare steht am Bestimmungsort entladebereitwie Gefahr, einschließlich Einfuhrabfertigung, Zoll und SteuernAlle Transportarten. Risiken für Importeure siehe unten

Incoterms® 2020 aus Sicht eines Importeurs mit Containerverkehr aus Asien. Zusammengestellt nach ICC, ICC Academy und IHK Region Stuttgart, Stand 29.09.2026. Maßgeblich ist der Wortlaut der ICC-Regeln.

Quellen: IHK Region Stuttgart: Incoterms® 2020 · ICC Academy: FCA oder FOB (19.11.2024) · ICC Guidance Note zu Incoterms 2020 und Zollrisiken (April 2025, PDF) · abgerufen am 29.09.2026

FOB oder EXW: Was ist beim Import aus China besser?

Beim Import aus China ist FOB in der Regel die bessere Wahl als EXW. Bei FOB erledigt der Lieferant die Ausfuhrabfertigung und bringt die Ware an Bord. Bei EXW müssten Sie oder Ihr Spediteur die Ware beim Lieferanten abholen, verladen und in China zur Ausfuhr anmelden. Die Seefracht buchen Sie in beiden Fällen selbst.

Laut ICC Guidance Note liegt die Ausfuhrabfertigung nur bei EXW beim Käufer, bei allen anderen Klauseln beim Verkäufer. Für einen deutschen Käufer heißt das: Er braucht bei EXW jemanden, der in China die Ausfuhr für ihn abwickelt. Das ist machbar, erhöht aber Aufwand und Abstimmung. Rechnen Sie deshalb nach, ob der niedrigere EXW-Preis die Kosten für Abholung, Verladung und Ausfuhr in China tatsächlich ausgleicht.

Faustregel

Wollen Sie die Seefracht selbst steuern, verhandeln Sie FCA oder FOB statt EXW. Der Lieferant bleibt dann für die Ausfuhr zuständig, und Sie wählen Reederei, Route und Spediteur.

EXW oder FCA: Wo liegt der Unterschied?

Der Unterschied zwischen EXW und FCA liegt in Verladung und Ausfuhr. Bei EXW stellt der Verkäufer die Ware nur bereit, unverladen und nicht zur Ausfuhr abgefertigt. Bei FCA übergibt er sie verladen oder am benannten Ort an Ihren Frachtführer und erledigt die Ausfuhr. Für Container aus Asien ist FCA deshalb die praktischere Klausel.

FCA hat zwei Varianten. Ist der benannte Ort das Werk des Lieferanten, verlädt der Lieferant auf das Fahrzeug Ihres Frachtführers. Ist es ein anderer Ort, etwa ein Containerterminal, liefert der Lieferant dorthin, ohne zu entladen. Seit Incoterms 2020 können die Parteien bei FCA vereinbaren, dass der Frachtführer dem Verkäufer ein Bordkonnossement ausstellt. Das ist wichtig, wenn Sie mit Akkreditiv zahlen.

Quellen: ICC Academy: FCA oder FOB (19.11.2024) · IHK Region Stuttgart: Incoterms® 2020 · abgerufen am 29.09.2026

Was ist der Unterschied zwischen FOB und CIF?

Bei FOB und CIF geht die Gefahr am selben Punkt über: wenn die Ware im Verschiffungshafen an Bord ist. Der Unterschied liegt bei den Kosten. Bei FOB buchen und bezahlen Sie die Seefracht. Bei CIF bucht der Verkäufer Seefracht und eine Transportversicherung bis zum Bestimmungshafen, etwa Hamburg, und rechnet beides in den Warenpreis ein.

Daraus folgt eine Schieflage, die viele Importeure unterschätzen. Bei CIF tragen Sie das Transportrisiko auf einem Schiff, das Sie nicht ausgesucht haben. Die Versicherung muss bei CIF nur den Mindestumfang der Institute Cargo Clauses C abdecken, bei CIP dagegen den weiteren Umfang der Clauses A. Die Kosten im Bestimmungshafen, etwa Terminal- und Abfertigungsentgelte, sind je nach Frachtvertrag des Verkäufers nicht enthalten und kommen bei Ihnen an.

FrageFOB ShanghaiCIF Hamburg
Wer bucht die Seefracht?SieLieferant
Wann geht die Gefahr über?an Bord in Shanghaian Bord in Shanghai
Wer versichert?Sie, freiwilligLieferant, mindestens Clauses C
Sehen Sie die Frachtkosten?ja, als eigene Rechnungnein, im Warenpreis
ZollwertWarenpreis plus Fracht und Versicherung bis zum EU-HafenWarenpreis, Fracht und Versicherung sind enthalten

Beispiel Shanghai nach Hamburg, Incoterms® 2020. Zollwert nach Art. 70 und 71 UZK.

Beim Zoll gleicht sich das aus: Der Zollwert enthält in beiden Fällen die Kosten bis zum ersten EU-Hafen. Die Rechnung dazu steht im Ratgeber Zollwert und Einfuhrumsatzsteuer beim Container.

Quellen: IHK Region Stuttgart: Incoterms® 2020, Versicherung bei CIF und CIP · Unionszollkodex, Art. 70 und 71 · abgerufen am 29.09.2026

Was bedeutet DAP für Importeure?

DAP (Delivered at Place) bedeutet: Der Verkäufer organisiert und bezahlt den Transport bis zum vereinbarten Ort, etwa Ihrem Lager, und trägt die Gefahr bis dorthin. Die Ware steht entladebereit bei Ihnen. Einfuhrabfertigung, Zoll und Einfuhrumsatzsteuer übernehmen Sie. DAP ist bequem, aber die Fracht steckt unsichtbar im Warenpreis.

Sie melden bei DAP selbst oder über Ihren Zollvertreter an. Damit kennen Sie den angemeldeten Zollwert und haben den Einfuhrabgabenbescheid für den Vorsteuerabzug. Die ICC Academy nennt DAP als Alternative, wenn der Verkäufer die Einfuhr nicht selbst abwickeln kann oder darf.

Und DDP?

DDP ist die einzige Klausel, bei der der Verkäufer auch die Einfuhr, den Zoll und die Steuern im Bestimmungsland übernimmt. Für deutsche Importeure hat das steuerliche und zollrechtliche Folgen: Die Einfuhrumsatzsteuer kann dann oft nur der Lieferant abziehen, und wird in Ihrem Namen angemeldet, schulden Sie trotzdem den Zoll. Die Einzelheiten stehen im Ratgeber DDP aus China: Risiken und Alternativen.

Quellen: ICC Academy: DAP oder DDP (25.02.2025) · ICC Guidance Note (April 2025, PDF) · abgerufen am 29.09.2026

Wann sollten Sie die Seefracht selbst buchen?

Die Seefracht selbst zu buchen lohnt sich, sobald Sie regelmäßig Container importieren oder die Frachtkosten im Warenpreis nicht mehr nachvollziehen können. Mit FCA oder FOB wählen Sie Spediteur, Route und Freetime selbst und vergleichen Angebote direkt. Mit CIF, DAP oder DDP bleibt dieser Teil beim Lieferanten.

Diese Signale sprechen dafür, beim nächsten Einkauf auf FCA oder FOB umzustellen:

  • Sie importieren mehrere Container im Jahr von denselben Lieferanten.
  • Der Lieferant nennt für CIF oder DAP keinen Frachtanteil.
  • Sie hatten Standgeld im Zielhafen, weil Unterlagen oder Freetime nicht passten.
  • Sie wollen Reederei, Laufzeit oder Zielhafen selbst bestimmen, etwa Hamburg statt Rotterdam.
  • Sie brauchen den Einfuhrabgabenbescheid für den Vorsteuerabzug in eigener Hand.

Rechnen Sie dabei ehrlich: Der Lieferant muss seinen Preis bei FOB um die Fracht senken, die er bei CIF eingerechnet hatte. Fragen Sie deshalb beide Preise ab und legen Sie ein eigenes Frachtangebot daneben. Wie Sie ein Frachtangebot Position für Position lesen, zeigt Seefracht-Angebot prüfen.

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Wie vereinbaren Sie Incoterms richtig im Kaufvertrag?

Eine Incoterms-Klausel ist nur so gut wie der benannte Ort. Schreiben Sie Klausel, genauen Ort und Version in den Vertrag, zum Beispiel „FOB Ningbo, Incoterms® 2020“. Incoterms verteilen Aufgaben, Kosten und Gefahr zwischen Käufer und Verkäufer. Zollsätze und Zollverfahren beeinflussen sie laut ICC nicht. Zahlung und Eigentumsübergang regeln Sie gesondert im Kaufvertrag.

  • Klausel, Ort und Version nennen: „FCA Shenzhen, Lagerhaus des Verkäufers, Incoterms® 2020“.
  • Bei FCA festlegen, ob der Verkäufer ein Bordkonnossement bekommen soll.
  • Bei CIF oder CIP die Versicherungssumme und den Umfang der Deckung prüfen.
  • Klären, wer die Kosten im Bestimmungshafen trägt, wenn der Verkäufer die Fracht bucht.
  • Rollen bei der Einfuhr festhalten: Anmelder, Zollvertreter, EORI-Nummer.
  • Einkauf und Logistik stimmen die Klausel vor der Bestellung ab, nicht erst beim Versand.

Quellen: ICC Guidance Note (April 2025, PDF) · IHK Region Stuttgart: Incoterms® 2020 · abgerufen am 29.09.2026

Häufige Fragen

Gibt es Incoterms 2026?

Nein. Gültig ist Incoterms 2020, in Kraft seit dem 1. Januar 2020. Eine neue Fassung ist nicht in Kraft, und auf den Incoterms-Seiten der ICC stand beim Abruf am 29.09.2026 kein Datum für eine Nachfolgefassung. Wer „Incoterms 2026“ liest, meint in aller Regel Incoterms 2020.

FOB oder EXW: Was ist für Importeure günstiger?

Bei EXW übernehmen Sie zusätzlich Abholung, Verladung und Ausfuhr im Lieferland. Ob der niedrigere Warenpreis diese Kosten ausgleicht, müssen Sie im Einzelfall nachrechnen. Für Importe aus China ist FOB oder besser FCA in der Regel die sinnvollere Wahl. In beiden Fällen buchen Sie die Seefracht selbst und können Angebote vergleichen.

Welche Incoterms empfiehlt die ICC für Container?

Für Container empfiehlt die ICC Academy FCA statt FOB, weil FOB für die Übergabe an Bord gedacht ist, Container aber meist vorher am Terminal übergeben werden. Entsprechend passen CPT und CIP für Container besser als CFR und CIF. Die IHK Region Stuttgart gibt denselben Hinweis.

Wer zahlt den Zoll bei FOB, CIF und DAP?

Bei FOB, CIF und DAP zahlt der Käufer Zoll und Einfuhrumsatzsteuer und erledigt die Einfuhrabfertigung. Nur bei DDP übernimmt das der Verkäufer. Die Incoterms ändern aber nichts daran, wer nach Zollrecht Schuldner ist. Das richtet sich danach, wer anmeldet und in wessen Namen angemeldet wird.

Ist CIF oder FOB beim Zollwert günstiger?

Beim Zollwert gleichen sich beide aus. Bei FOB werden Fracht und Versicherung bis zum ersten EU-Hafen zum Warenpreis addiert, bei CIF mit Bestimmungshafen in der EU sind sie bereits enthalten (Art. 70 und 71 UZK). Unterschiede entstehen, wenn Frachtkosten falsch oder gar nicht angesetzt werden.

Wann lohnt es sich, die Seefracht selbst zu buchen?

Sobald Sie regelmäßig Container importieren, die Frachtkosten im Warenpreis nicht erkennen oder Standgeld im Zielhafen vermeiden wollen. Mit FCA oder FOB wählen Sie Spediteur, Route und Freetime selbst und vergleichen die Seefracht mit dem Frachtanteil, den der Lieferant bei CIF oder DAP einpreist.

Keine Rechtsberatung

Dieser Ratgeber fasst die Incoterms® 2020 aus Sicht von Importeuren allgemein zusammen, Stand 29.09.2026. Maßgeblich ist der Wortlaut der ICC-Regeln. Für die Gestaltung Ihrer Verträge wenden Sie sich an Ihre IHK oder eine Kanzlei für Außenhandelsrecht.

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